Entscheidungen
Eldred G. Smith Patriarch der Kirche
Ich möchte das, was ich heute sagen will, mit einem Wort zusammenfassen:„Entscheidung". Entscheidungen sind das Ergebnis der Ausübung der von Gott gegebenen Entscheidungsfreiheit. Einige Menschen wollen ihre Entscheidungen anderen aufzwingen.
Einige wollen keine eigenen Entscheidungen treffen. Einige haben die Gabe, schnelle und genaue Entscheidungen zu treffen. Wie bei allen anderen Gaben erfordert auch das Treffen von Entscheidungen eine gewisse Übung. Je mehr wir tun, desto leichter wird es.
Man sagt, man kann den Charakter eines Menschen daran messen, was er ins seiner Freizeit tut. Das ist nämlich die Zeit, wo er allein seine Entscheidungen trifft.
Einer der Hauptzwecke dieses irdischen Lebens ist der, dass wir lernen, Entscheidungen zu treffen. Wer im Geschäftsleben, in der Kirche oder in der Familie Menschen gut führen will, muss gute Entscheidungen treffen können. Denken Sie einmal an die Entscheidungen, die ein Bischof oder ein Pfahlpräsident zutreffen hat.
„Suchen Sie bei Ihren Entscheidungen die Führung des Herrn, aber nutzen Sie auch das von Gott gegebene Recht auf Entscheidungsfreiheit.
“Der Herr hat gesagt: „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit — die Unsterblichkeit und das ewige Lebendes Menschen zustande zu bringen" (Mose 1:39).
Als Lorenzo Snow der Evangeliumsplan erklärt wurde, fasste er den ganzen Plan in einer kurzen Aussage zusammen: „Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst; wie Gott jetzt ist, kann der Mensch werden.
"Wenn der Mensch also einmal so werden will, wie Gott jetzt ist, muss er lernen, aus eigener Initiative wichtige Entscheidungen zu treffen.
Viele Menschen denken, dass der Herr alle Fragen für uns beantworten wird, entweder durch das Gebet oder durch einen Priestertumssegen. Einige junge Menschen wollen, dass der Herr ihnen sagt, welche Fächer sie studieren sollen, welche Schule sie besuchen sollen, welchen Beruf sie ergreifen sollen und welche freie Stelle auf dem Arbeitsmarkt sie annehmen sollen. Ja, wir können zwar durch das Beten oder durch einen Segen große Hilfe erhalten, aber die endgültige Entscheidung liegt bei uns. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass sich der Herr nicht so sehr darum kümmert, was wir studieren oder welchen Beruf wir ausüben, solange wir ehrlich unseren Lebensunterhalt verdienen. Er interessiert sich aber für unsere Unsterblichkeit und unser ewiges Leben - oder unsere Erhöhung.
Jeder Mensch hat bestimmte Gaben und Talente, die ihm mitgegeben sind. Finden Sie durch Erforschung Ihrer Vorfahren die Talente heraus, die Sie geerbt haben. Stellen Sie fest, was einige Ihrer Vorfahren gerne gemacht haben und was Sie gerne machen und was Ihnen leichtfällt. Und werden Sie dann ein Experte oder Spezialist in einem Teilbereich dieses Gebiets. Der Herr wird dann Ihre Bemühungen in Ihrem Studium und bei Ihrer täglichen Arbeit segnen.
Der Herr hat Oliver Cowdery folgenden Schlüssel zur Offenbarung gegeben: „Doch siehe, ich sage dir: Du musst es in deinem Geiste ausstudieren und dann mich fragen, ob es recht sei, und wenn es recht ist, will ich dein Herz entbrennen lassen, und dadurch sollst du fühlen, ob es recht ist. Ist es aber nicht recht, so wirst du kein solches Gefühl haben, sondern deine Gedanken werden verwirrt werden, wodurch du vergessen wirst, was unrichtig ist" (LuB 9:8, 9).
Das sollte uns bei all unseren wichtigen Entscheidungen als Anleitung dienen. Wir treffen ständig jeden Tag Entscheidungen, entweder im Geiste oder mit Worten. Das ist die Entscheidungsfreiheit — das Recht, eine Entscheidung zu treffen.
Angesichts des heutigen Wachstums der Kirche sehen wir die Weisheit in einer Offenbarung, die 1 831 in Jackson County, Missouri, gegeben wurde:
,,Denn sehet, es geziemt sich nicht, dass ich in allen Dingen gebieten sollte; denn wer zu allem angetrieben werden muss, ist ein träger und nicht ein weiser Diener, deshalb empfängt er keine Belohnung. Wahrlich, ich sage: Die Menschen sollten in einer guten Sache eifrig tätig sein, viele Dinge aus freien Stücken tun und viele gerechte Taten vollbringen.
Denn die Kraft ist ihnen, nach freiem Willen zu handeln, und wenn der Mensch Gutes tut, wird es ihm nicht unbelohnt bleiben" (LuB 58:26-28).
So sagen wir heute, was auch Mose gesagt hat, als er vom Berg Sinai herabkam: „Her zu mir, wer dem Herrn angehört" (2. Mose 32:26).
Und wie auch Josua dem Volk zugerufen hat: ,,So fürchtet nun den Herrn und dient ihm treulich und rechtschaffen. . . wählt heute, wem ihr dienen wollt" (Josua 24:14, 15).
Gebrauchen Sie Ihre Entscheidungsfreiheit, um sich für die Ehrlichkeit und gegen die Unehrlichkeit zu entscheiden und um Ihren Mitmenschen zu dienen und das Reich Gottes aufzubauen. Fassen Sie schon früh im Leben den Entschluss, auf Mission zu gehen. Viele junge Männer, die auf Mission gehen sollten, gehen nicht, weil sie nicht früh genug den Entschluss dazu gefasst und nicht dementsprechend geplant haben. Dann erscheinen ihnen später andere Ziele wichtiger.
Fassen Sie den Entschluss, Ihr ganzes Leben das Evangelium zu verkünden, und nicht nur die zwei Jahre. Die zwei Jahre Mission reichen gewöhnlich gerade dafür, selbst zu lernen, wie wir anderen das Evangelium erklären sollen. Dann sollten wir den Rest unseres Lebens damit verbringen, das Evangelium zu verkünden.
Lehren Sie es durch Ihre Taten. Leben Sie ein gutes und reines Leben. Entscheiden Sie sich gegen die Unmoral. Entscheiden Sie sich gegen die Pornographie. Entscheiden Sie sich dafür, ein reines Leben zu führen, damit Sie würdig sind, im Tempel des Herrn die Ehe für Zeit und Ewigkeit zu schließen. Entscheiden Sie sich nicht nur dafür, würdig zu sein, sondern entscheiden Sie sich, im Haus des Herrn zu heiraten.
Entscheiden Sie sich dazu, nach dem Gesetz der celestialen Ehe zu leben. Beider Ehezeremonie wird uns geboten, fruchtbar zu sein und uns zu mehren. Im Buch „Lehre und Bündnisse“ sagt der Herr folgendes — und er spricht hier von den Segnungen der celestialen Ehe und von der Beziehung zwischen Mann und Frau, und er sagt unter anderem:
,,. . .Und wenn sie meinen Bund halten und keinen Mord begehen, wodurch unschuldiges Blut vergossen wird" (LuB132:19).
Was meinen Sie, wovon der Herr hier wohl redet? Könnte es sein, dass er hier die Abtreibung gemeint hat? Denken Sie einmal darüber nach! Gibt es ein unschuldigeres Leben als das eines ungeborenen Kindes? Und warum wird hier von Mord geredet, wo der Herr doch über die Ehe spricht? Die Empfängnis ist ein Vertrag mit Gott, dass wir einen Körper erschaffen wollen, und Gott verpflichtet sich dabei, den Geist des Lebens in diesen Körper zu pflanzen. Ein Bündnis mit dem Herrn kann nicht gebrochen werden, ohne dass dies eine Strafe nach sich zieht.
Entschließen Sie sich, die heiligen Schriften zu studieren. Lernen Sie den Evangeliumsplan kennen, und gehen Sie ganz darin auf.
Entschließen Sie sich, die Gebote des Herrn zu halten. Wirken Sie am Aufbau seines Reiches mit als Vorbereitung auf sein Zweites Kommen. Suchen Sie bei Ihren Entscheidungen die Führung des Herrn, aber gebrauchen Sie auch die von Gott gegebene Entscheidungsfreiheit. Dann werden auch Sie wissen, so wie ich es weiß, dass dies seine Kirche ist, die Kirche Jesu Christi, und dies bezeuge ich Ihnen im Namen Jesu Christi. Amen. Stern Oktober 1978
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