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Wenn ich sein Wort lese, bin ich bei ihm

24. November 2012 , Geschrieben von Visionär

S. DILWORTH YOUNG, vom Ersten Rat der Siebzig

Wie die Segnungen des Heilands die Menschen in allen Zeitaltern erreichen

Brüder und Schwestern, ich beabsichtige über den Herrn Jesus Christus zu sprechen.

Ich weiß aus dem tiefsten Grund meines Herzens, dass Jesus Christus seine Kirche in diesen Letzten Tagen wieder errichtet hat, damit ich andern Segnungen seines Reiches auf Erden teilhaben kann, um einst die ewige Freude ererben zu können, in seiner Gegenwart wohnen zu dürfen, wenn ich mein Werk hier auf Erden beendet und mich als glaubensvoll und getreu erwiesen habe. Jesus hat aber nicht beabsichtigt, dass nur ich mich dieser Segnung erfreue. In seiner unendlichen Liebe bemüht er sich um meine ganze Familie, um all meine Verwandten; er bemüht sich um Ihre Familie und Ihre Verwandten und um alle Menschen auf Erden.

Ich weiß, dass ich ihn nicht erkennen kann, wie er ist, wenn er sich mir nicht offenbart. Das ist die große Hoffnung — den Vorhang zu durchdringen und zu sehen und zu erkennen, wie er ist. Und doch weiß ich einiges, weil er von sich zu heiligen Männern, Propheten, gesprochen und ihnen geboten hat, dass sie Zeugnis geben sollen von dem, was sie gesehen und gehört haben. Ich weiß, dass ich seine Stimme durch die Macht des Heiligen Geistes hören kann, wenn ich über ihn in der heiligen Schrift lese. Wenn ich sein Wort lese, dann höre ich seine Stimme.

Durch den Propheten Joseph Smith wendet sich der Herr an seine zukünftigen neuzeitlichen Apostel: „Diese Worte kommen nicht von Menschen auch nicht von einem Menschen, sondern von mir ...

Meine Stimme gibt sie euch kund; denn sie sind euch durch meinen Geist gegeben, und durch meine Macht könnt ihr sie einander vorlesen [beachten Sie, dass der Herr gesagt hat, vorlesen] ... Deshalb könnt ihr bezeugen, dass ihr meine Stimme gehört habt und meine Worte kennt.

"Ich beginne damit, indem ich in Erfahrung bringe, dass alle Dinge durch ihn gemacht sind, und ohne ihn ist nichts gemacht, was gemacht ist 2. Es wird offenbar, dass dieses erhabene Wesen, das Wort, wie es Johannes bezeichnet, ins Fleisch gekommen ist und unter uns gewohnt hat. Er war der Einzig- gezeugte im Fleische, der Herr Jesus Christus.

Ich lerne weiter, dass alle Kinder Gottes als Geistwesen geschaffen worden sind, um auf die Erde zukommen und geprüft zu werden, ob sie die Grundsätze der Erlösung und Erhöhung, wie sie der Sohn vorgeschlagen hat, befolgen würden. Es war ihnen gesagt worden: „Wir wollen hinuntergehen ..., und wir wollen ... eine Erde machen, worauf diese wohnen können; und wir wollen sie hierdurch prüfen, ob sie alles tun werden, was immer der Herr, ihr Gott, ihnen gebieten wird."Und zu angemessenen Zeit kam er selbst auf die Erde, das Leben und das Licht der Menschen.

Mit dem festen Glauben, dass dies wahr ist, lese ich vom Erdenleben des Messias. Ich lerne, dass die Menge der himmlischen Heerscharen, als der Herr geboren wurde, vor den Hirten Gott lobten und priesen. Aus dem Osten kamen ohne irgendeine Erklärung, warum sie es taten, weise Männer und brachten Maria und Joseph wertvolle Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ich zweifle nicht daran, dass diese Männer inspiriert waren, den Herrn zu finden, oder dass ihnen eingegeben worden war, wertvolle Gaben zu bringen, die für den Unterhalt der Familie verwendet werden konnten.

Ich bin freudig erregt, wenn ich von der Begebenheit am Jordan lese. Da kam der Sohn Gottes, unbefleckt und unbekannt. Und doch, Johannes der Täufer, der den Herrn durch den Geist erkannte, konnte nicht anders, als auszurufen:

„ Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!" Was muss Ihrer Meinung nach Johannes empfunden haben, als er nach der Taufe Jesu als eine heilige Bestätigung eine Stimme vom Himmel sagen hörte: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe?"

Und wenn ich nun sein Leben weiter verfolge, verspüre ich die außerordentliche Wichtigkeit der Begebenheit, als der Herr mit den drei Fischern, die noch nicht recht wussten, was es bedeutete, ein Apostel, ein besonderer Zeuge zu sein, auf den Berg der Verklärung stieg. Dort wurde die Herrlichkeit des Herrn vor ihnen offenbar, und ihre Augen sahen Mose und Elia. Sie hörten das gleiche feierliche Zeugnis wie Johannes, nur dass es dieses Mal aus einer hellen Wolke kam, die sie überschattete.

Im innersten meines Herzens höre ich die feierlichen Worte aus dieser Wolke sagen: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!" Im Leben des Herrn gibt es viele Begebenheiten, die mir Anlass zu großer Freude sind, wenn ich sie lese; und es gibt andere, die mich wegen der Tragödie seines Leidens und seines Opfers unendlich traurig stimmen und demütig machen.

Viele von uns wissen, was es heißt, körperlich zu leiden, und wir leiden auch seelisch für unsere Lieben und Freunde, wenn sie Leid zu tragen haben und betrübt sind. Ich selbst bin nicht imstande, das Leiden des erst geborenen Gottessohnes für die Sünden der Welt zu erfassen, dort an der Stätte, die wir Gethsemane nennen. Er gab uns Entscheidungsfreiheit, und dann nahm er, wohl wissend, dass alle in mehr oder minder großem Ausmaße sündigen würden, die Verantwortung auf sich, den Preis für die Sühne unserer Sünden zu zahlen, vorausgesetzt, wir würden Buße tun und ihm und seinen Lehren folgen. Mir bringt es Frieden, wenn ich das tue, was er uns geheißen hat zu tun. Als der Herr gesagt hat: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", meinte er, was er sagte. Ich hoffe eines Tages imstande zu sein, all dies besser zu verstehen. Ich kenne den Frieden, den ich haben kann, wenn ich sein Gesetz befolge und an seinen Geboten festhalte.

Ich lese, dass Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Ich betrachte meine eigenen Hände und Füße und versuche, mir die Pein einer solchen Marter vorzustellen — in der Hitze des Tages dort zu hängen, das Gewicht des Körpers reißt an den Wunden, jeder Muskel und jeder Nerv im Todeskampf. Kein Halt, kein Entfliehen, bis er schließlich sagt: „Es ist vollbracht!" und den Geist aufgibt. Ich erkenne, dass er es für Sie und mich ertragen hat. Ich neige meinen Kopf; es ist schwer, die Tränen zurückzuhalten. Heute noch — über 1900 Jahre später — ist es genauso schmerzlich, als ob es gestern geschehen wäre.

Ich lese weiter und entdecke, dass jedes der Evangelien mit triumphierenden Worten schließt. Er ist erstanden! Er ist der König der Könige. Er ist es, der „Wunder-Rat, Gott, Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst "heißt. Ich denke über jeden Titel nach, den ihm Propheten gegeben haben, und wundere mich, wie die Bedeutung eines jeden Titels mein Herz berührt.

Was haben die elf Apostel gedacht, als die Wolke den Herrn ihrer Sicht entrückte? Ich kann sie vor meinem geistigen Auge sehen, wie sie den Kidron überschreiten, die schmalen Straßen entlang zu einem gemeinsamen Versammlungsort gehen, ein jeder traurig und irgendwie furchtsam und doch gemäß seinem Verständnis Hoffnung in sich tragend.

Dankbar lese ich davon. Ich zerbreche mir den Kopf über diese lange Zeitspanne, wo es kein geistiges Licht gegeben hat, nahezu 1 700 Jahre geistiger Dunkelheit. Und dann lese ich in einer Heiligen Schrift, die neu ist und einen ungewöhnlichen Namen trägt, das Buch Mormon, von seinem Erscheinen damals bei einem Volk in Amerika, dessen Angehörige Nachkommender Juden und Israeliten sind. Ich lese von seinem Erscheinen aus dem Himmel und wie sich viele Nephiten um ihren Tempel herum versammeln und von der Stimme aus dem Himmel, die bis in ihr Innerstes dringt.

Mein Herz frohlockt bestätigend, als ich noch einmal die erklärenden und anerkennenden Worte höre, die ich während seines Wirkens in Palästina gehört habe: ,,Seht, mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe — hört ihn!"Wieder einmal ertönt die Stimme des Vaters aus der Wolke und bestätigt seinen göttlichen Sohn. Ich weiß, dass dieser Bericht wahr ist.

Ich habe bereits gelesen, wie dieses erhabene Wesen als Erstgeborener des Vaters im Geiste bei ihm gelebt hat, und deshalb bin ich nicht überrascht, aber trotzdem sehr bewegt, dass ich lerne, dass der Herr als vorirdischer Geist den Bruder Jareds besucht hat. Und ich kann die Ehrfurcht verspüren, die den Bruder Jareds ergriffen hat, als er den Finger des Herrn sah und erkannte, dass er wie der Finger eines Menschen aussah. Dies überraschte den Propheten, aber es überrascht mich nicht, denn ich habe gelernt, dass der Herr der erst geborene Sohn Gottes war, dessen Name „Mann der Heiligkeit" lautet. So bin ich deshalb nicht überrascht, aber von Ehrfurcht ergriffen, dass sich der Herr jenem großen Propheten vollständig gezeigt hat. Je mehr ich nachdenke und die heilige Schrift lese, desto mehr weiß ich, dass dies wahr ist.

Und schließlich lese ich noch von einer großen Vision in dieser Evangeliumszeit, in den Tagen der Neuzeit. Das erste Mal, soweit ich es weiß, sprach die Person, die bei der Taufe Christi und auf dem Berg der Verklärung und bei den Nephiten die Worte sprach: ,,Dies ist mein geliebter Sohn", nicht aus einer Wolke, wie sie es vorher getan hatte. Dieses Mal stand Gott gemeinsam mit seinem Sohn in majestätischem, heiligem Licht und sagte zu Joseph Smith: „Dies ist mein geliebter Sohn, höre ihn!" Wie Joseph Smith so weiß auch ich, dass es einen Gott gibt und dass er tatsächlich mein Vater ist. Er ist der große Elohim, unser aller Vater. Und bei ihm steht sein Sohn Jesus Christus, auf den der Vater noch einmal verweist.

Es ist kein Zufall, dass der Vater hier die gleichen Worte verwendet. Wenn der junge Joseph Smith Zeugnis von der Wahrheit geben sollte, musste er die Wahrheit kennen. Sie wurde ihm vor 153 Jahren in jenem kleinen Wald offenbart. Ich weiß durch den Geist der Wahrheit, dass diese Vision wahr ist.

1700 Jahre lang haben Menschen vorgegeben, Christus zu repräsentieren, aber niemand hat ihn verkündet, niemand hatte eine Stimme gehört, die ihn ankündigt. 1700 Jahre lang war niemand auf den Gedanken gekommen oder hat es gewagt, diesen überragenden Ausspruch zu verwenden, um seine eigenen Ansprüche zu rechtfertigen. Dieses mal ist es anders. An einem Frühlingsmorgen im Jahre 1820 wurde diese ewige Wahrheit noch einmal offenbart, und zwar mit solch einer Macht und auf solche Weise, dass niemand, der den Heiligen Geist im Herzen hat, daran zweifeln kann, dass die Himmel offen waren und dass Gott, unser aller Vater, und sein Sohn sich gemeinsam offenbart haben — der Vater kündigt den Sohn mit nahezu den gleichen Wor-ten an, wie er es dreimal vor fast 2000 Jahren getan hat.

Der Junge war noch zu jung, um einen Schwindel zu begehen. Die heiligen Worte stammen von den Lippen des ewigen Vaters. Dies ist, was Sie und ich der Welt bezeugen. Wir verkünden heute seinen geliebten Sohn, verehren, preisen und loben ihn.

Wir blicken seiner Wiederkehr entgegen, damit er tausend Jahre regiere. Lassen Sie ihn uns im Geist und in der Wahrheit verehren. Wir wollen seinen auserwählten und gesalbten Propheten und Sprecher getreulich unterstützen und diejenigen, die ihm helfen.

Harold B.Lee ist dieser Prophet. Er hält die gleiche Schlüsselgewalt, die dem Propheten Joseph Smith im Jahre1829 von Boten vom Himmel übertragen worden ist. Sein Wort, inspiriert vom Heiligen Geist, ist neuzeitliche Offenbarung in der Gegenwart. Dies bezeuge ich Ihnen und der Welt. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Rede anlässlich der 143. Frühjahrs-Generalkonferenz. Stern März 1974

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